Definition Konflikt

— Definition Konflikt aus Sicht der GFK

Definition Konflikt

Warum entstehen Konflikte, obwohl wir uns eigentlich alle nach einem harmonischen Miteinander sehnen? Wieso kommt es oft zu Auseinandersetzungen, egal ob im privaten oder im beruflichen Kontext? Konflikte gehören scheinbar zu unserem Leben. Doch was können wir dagegen unternehmen?

Definition Konflikt

Grundsätzlich gibt es zwei Arten an Konflikten.

  • Innerer Konflikt:

Entsteht dann, wenn mindestens zwei meiner eigenen Bedürfnisse (zumindest scheinbar) miteinander kollidierenden.

z.B.: Ich möchte jetzt sowohl mit meinem besten Freund ins Kino gehen (Bedürfnis nach Zweisamkeit), als auch meine Mutter zum Geburtstag besuchen (Bedürfnis nach Wertschätzung).

  • Äußerer Konflikt:

Entsteht dann, wenn mindestens eines meiner Bedürfnisse sich (zumindest scheinbar) nicht mit mindestens einem Bedürfnis des oder der Anderen vereinbaren lassen.

z.B. Ralf möchte zu Hause bleiben und einen gemütlichen Abend verbringen (Bedürfnis nach Zweisamkeit und Ruhe), seine Partnerin Nicole möchte hingegen lieber ins Kino gehen (Bedürfnis nach Freizeit).

Ein Konflikt unabhängig ob „innerer“ oder „äußerer“ entsteht also dann, wenn mindestens zwei Bedürfnisse sich zumindest scheinbar nicht miteinander vereinbar sind.

Doch was sind Bedürfnisse?

Als Bedürfnisse verstehen wir alle Antworten auf folgende Fragen:

  • Was brauchst du / brauche ich?
  • Was ist dir / mir wichtig?
  • Was möchtest du / was möchte ich?
  • Was liegt dir / was liegt mir am Herzen?
  • Worauf legst du / lege ich Wert?

Bedürfnisse sind dabei immer allgemein und abstrakt d.h. sie sind nicht sinnlich wahrnehmbar und sie beschreiben kein Verhalten. Beispiel für Bedürfnisse: Ruhe, Klarheit, Ehrlichkeit, Entwicklung, Verbindung.

Wir Menschen teilen alle die gleichen Bedürfnisse und haben alle Wertschätzung dafür, d.h. ein Bedürfnis ist nur so lange Bedürfnis so lange es uns auch wichtig ist.

Ein Bedürfnis lässt sich auf mehre Wege (Strategien) befriedigen. Die Strategie ist also der Weg, den ich wähle, um mein Bedürfnis zu befriedigen. Konflikte entstehen nicht auf Ebene von Bedürfnissen, sondern auf Ebene der Strategien, welche wir wählen um unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir unsere Bedürfnisse kennen und uns bewusst sind, dass es mehrer Strategien gibt, um unsere und die Bedürfnisse der anderen zu befriedigen, dann besteht die Möglichkeit eine gemeinsame Strategie zu finden, die unsere unterschiedlichen Bedürfnisse befriedigt. 

Betrachten wir das zunächst an folgendem Beispiel: Ralf möchte zu Hause bleiben und einen gemütlichen Abend verbringen, seine Partnerin Nicole möchte aber lieber ins Kino gehen.

Schritt 1. Um welche Bedürfnisse handelt es sich hier?

In Konflikten bleiben die Betroffenen häufig auf der Strategieebene hängen und halten daher an ihren jeweiligen Strategien fest („Ich möchte aber zuhause bleibe“ – „Ich will aber lieber ins Kino gehen!“). Dadurch entsteht keine oder nur sehr wenig Lösungsspielraum. Es gilt also zunächst einmal heraus zu finden weshalb Ralf “zu Hause bleiben möchte“ und warum Nicole „lieber ins Kino gehen“ will. Hier stellt man sich die Frage, welche Bedürfnisse hinter den gewählten Strategien liegen könnten.

Ralf, der zu Hause bleiben möchte, hat vielleicht das Bedürfnis nach „Zweisamkeit“ (eine von vielen Möglichkeiten, es könnte sich auch um das Bedürfnis nach „Nähe“ oder „Ruhe“ handeln).

Bei Nicoles Strategie „ins Kino gehen“ könnte es sich um das Bedürfnis nach „Freizeit“ handeln. Auch hier gibt es etliche Möglichkeiten (so z.B. auch Bedürfnis nach „Abwechslung“).

Wenn sich jetzt beide Partner ihrer Bedürfnisse bewusst sind und sie offen ansprechen können, dann erkennen sie, dass es mehrere Strategien gibt, die beide Bedürfnisse („Zweisamkeit“ sowie „Freizeit“) befriedigen.

Zb.

  1. Sie könnten gemeinsam Spazieren gehen.
  2. Sie könnten gemeinsam etwas essen gehen
  3. Sie könnten gemeinsam einen Sport treiben
  4. Sie könnten eventuell tatsächlich ins Kino gehen, denn sowohl das Bedürfnis nach „Zweisamkeit“ als auch nach „Freizeit“ kann damit befriedigt werden.
  5. und viele mehr

Zu Punkt 4. Fragen Sie sich eventuell weshalb Ralf und Nicole nun doch gemeinsam ins Kino gehen könnten. Nur wenn Ralf, dessen Wunsch es war zu Hause zu bleiben sich seines Bedürfnisses nach „Zweisamkeit“ bewusst ist, kann er offen für einen Kinobesuch sein. Falls er jedoch auf der Strategieebene „zuhause bleiben“ geblieben sein sollte, würde er nicht erkennen, worum es ihm wirklich geht und er würde daher für diese Strategie nicht offen sein.

FAZIT ZUM THEMA DEFINITION KONFLIKT:

Wenn wir mit unseren Bedürfnissen in Verbindung sind, sie offen ansprechen und uns dabei bewusst sind, dass es für jedes Bedürfnis immer mehrere Strategien gibt, um unsere sowie die Bedürfnisse der anderen zu befriedigen, dann besteht die Möglichkeit eine gemeinsame Strategie zu finden, die meine eigenen oder unsere unterschiedlichen Bedürfnisse befriedigt. Unsere Konflikte haben daher nichts mit unseren Bedürfnissen zu tun, sondern mit den Strategien, welche wir wählen zur Erfüllung von Bedürfnissen. 

 

Falls Sie Interesse daran haben, die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg kennen zu lernen oder ihr Wissen darin zu vertiefen, stehen wir Ihnen gerne bei Fragen zur Verfügung oder Sie nehmen an einem unserer Einführungsseminaren sowie Aufbauseminaren in die Gewaltfreie Kommunikation teil. Falls sie bereits Erfahrung mit der GFK gemacht haben, können Sie auch an unseren Übungsgruppen in Nürnberg teilnehmen.

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