Die Gewaltfreie Kommunikation 

Was ist die Gewaltfreie Kommunikation?

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg ist eine Form der Sprache die es Menschen ermöglicht, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und gegenseitigem Verständnis führt. Die GFK kann sowohl bei der Alltags-Kommunikation als auch bei der Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Im Vordergrund steht dabei nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die langfristig zu mehr Kooperation im Zusammenleben führt. Diese entsteht dann, wenn beide Parteien sich in ihren Anliegen gehört und verstanden fühlen.

„Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Prozess, der unsere Fähigkeit stärkt, sogar unter schwierigen Bedingungen menschlich zu bleiben. Die GFK erinnert uns an das, was wir schon wissen — nämlich, dass wir Menschen dazu bestimmt sind, Beziehungen untereinander zu haben — und hilft uns dabei, dieses Wissen konkret umzusetzen.“ (Dr. Marshall B. Rosenberg)

 

Wer ist der Gründer?

Marshall RosenbergMarshall B. Rosenberg entwickelte die Gewaltfreie Kommunikation im Jahr 1963 und hat sie seitdem kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Schon in seiner Jugend entwickelte er ein starkes Interesse an neuen Formen der Kommunikation als friedliche Alternative zu der Gewalt, die ihn in seiner Jugend begegnete. Nach seiner Promotion in Klinischer Psychologie benutzte er die GFK in Schulprojekten und bei Arbeiten an öffentlichen Institutionen. 1984 gründete er das Center for Nonviolent Communication (CNVC), welches nun seit vielen Jahren zu einer umfassenden gesellschaftlichen Veränderung im Denken, Sprechen und Handeln beiträgt – indem es Menschen ermöglicht, auf empathische Weise miteinander umzugehen und dementsprechende Resultate zu erzielen. Rosenberg entwickelte zudem Programme zur Förderung von Frieden in Kriegsgebieten; er bildete auf Einladung der UNESCO mit seinem CNVC-Team zehntausende Schüler und Lehrer aus Serbien aus. Die israelische Regierung hat die Gewaltfreie Kommunikation offiziell anerkannt und bietet in vielen Schulen entsprechende Trainings an.

 

An wen richtet sich die Gewaltfreie Kommunikation?

Sie richtet Sich an Einzelpersonen, Familien, Paare, Institutionen und Unternehmen, die

– sich nach einem authentischen und wertschätzenden Umgang sehnen
– ihre Beziehungen vertiefen und eine wahrhaftige Verbindung aufbauen möchten
– nach einem Werkzeug suchen, um Konflikte konstruktiv zu lösen
– sich ehrlich, klar und respektvoll ausdrücken möchten

 

Warum der Name „Gewaltfreie Kommunikation“?

Bei dem Wort „Gewalt“ denkt man häufig an körperliche Gewalt. Doch Gewalt beginnt bereits früher: in unseren Gedanken und Worten. Unnötig zu erwähnen, welche emotionalen Wunden Worte hinterlassen können. Aus Sicht der GFK beginnt Gewalt dann, wenn unsere Aufmerksamkeit auf Bewertungen, Urteile und Kritik ausgerichtet ist. In der GFK versuchen wir unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten, was wir selber gerade brauchen, statt auf das, was der andere falsch gemacht hat (= unsere Urteile).

 

Wie lehren wir die Gewaltfreie Kommunikation?

An dieser Stelle zitiere ich gerne Markus Sikor, dessen Verständnis der GFK ich hier teile:
Um die größten Missverständnisse und Fallstricke von Anfang an zu vermeiden, vermitteln wir das Rosenberg-Modell nicht als eine Kommunikationsmethode, die darauf ausgerichtet, ist die “richtigen Worte” zu verwenden, sondern als eine Reflexionsmodell zur Persönlichkeitsentwicklung, das zum Ziel hat, eine gewaltfreie(ere) Haltung zu entwickeln – mit sich selbst und mit anderen.
Dies alles jedoch ohne daraus ein neues “Muss” oder eine neue Selbstzensur zu machen. Wir glauben nicht, dass es “gewaltfreie Worte” gibt. Völlige Offenheit und grenzenloses Verständnis sind übermenschlich, das ist nicht unser Anspruch. Gesunder Selbstschutz und Abgrenzung gehören ebenso zu einem gesunden Umgang mit sich selbst, wie Offenheit und Bemühung um Klärung und Verständnis.
Die vier Schritte des Rosenberg-Modells unterstützen in dem Bemühen um eine selbstverantwortliche und offene Haltung. Die Selbstverantwortung wird gefördert durch die Bewusstwerdung meiner Bewertungen, Gefühle und Bedürfnisse. Die Offenheit wird unterstützt durch die Erfahrung, dass auch mein Gegenüber nur aus eigenen Bedürfnissen heraus handelt.“

 

Diese vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation bestehen aus folgenden Komponenten:

  1. Beobachtung 

Ich beschreibe möglichst objektiv den Tatbestand der Situation, um die es sich gerade handelt:
„Wenn ich sehe, dass du … handelst, …“

  1. Gefühl

Welche emotionale Reaktion löst diese Wahrnehmung bei mir aus?  
„… dann fühle ich mich …. ,“

  1. Bedürfnis

Auf welchen befriedigten/unbefriedigten Wert/Bedürfnis weist dieses Gefühl hin? D.h. das ist mir jetzt im Moment wichtig.
„weil mir … wichtig ist.“

  1. Bitte 

Was möchte ich selbst tun bzw. was möchte ich, dass mein Gegenüber tut, um an der Befriedigung meines Bedürfnisses mitzuwirken.
„Kannst du bitte … tun?“

Statt z.B. zu sagen: „Nie räumst du die Küche auf. Es ist immer so eine Unordnung hier!“
könnte man aus Sicht der GFK folgendes sagen: „Wenn ich das ungewaschen Geschirr deines Mittagessens sehe (Wahrnehmung), ekel ich mich (Gefühl), weil mir Sauberkeit (Bedürfnis) wichtig ist. Wärst du bereit jetzt die Küche auzufräumen (Bitte)? OK?“

Auf diese Art wird sichergestellt, dass das Gesagte keine Bewertung, Interpretation oder Kritik beinhaltet und trotzdem offen, ehrlich und direkt ist.

Im besten Fall reicht so ein Satz (in den meisten Fällen jedoch nicht) um bei meinem Gegenüber auf Verständnis und Kooperation zu stoßen. Falls dem nicht der Fall sein sollte, bietet die GFK zusätzliche Werkzeuge um in Verbindung zu bleiben. Den ein „Nein“ ist immer eine „Ja“ zu etwas anderem. Es gilt also am Ball zu bleiben, um den Kontakt zu meinem Gegenüber aufrecht zu halten – indem ich ihm signalisiere, dass ich seine Ansichten genauso würdige, wie die Meinigen.

Mehr Infos finden sich unter der Rubrik Downloads

 

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